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Alles bunt!

Meine Lieblingsillustrierenden im Bereich Kleinkind- und Kinderbuch

Ich muss gestehen, als ich vor 5 Jahren ein Volontariat in der Redaktion des Anfangsunterrichts anfing, hab ich mich ernsthaft gefragt, was es denn dort zu redigieren gäbe. Viel Text zumindest nicht.

In den folgenden Monaten hab ich viel kennen und dazu gelernt.
Nirgends ist die Bildsprache so wichtig, wie in der 1. Klasse. Sie unterstützt die Kinder beim Lesen-lernen, gibt Hinweise auf Anlaute und Schreibweisen. Sie ist der spielerische, der visuelle Einstieg in schwierige und weniger schwierige Themen. Sie gibt den Kleinen Identifikations- und Motivationsfiguren.
Wenn ich so zurückdenke, wurde wohl an diesem Punkt meine Liebe für Kinderbuchillustrationen geboren.

Kinder- und Jugendbücher waren schon lange meine Leidenschaft, doch interessierte ich mich viel mehr für das geschriebene Wort; den Inhalt der Geschichten.
Durch den professionellen Blick auf die ganz Kleinen und der Fakt, selbst ein kleines Kind zu Hause zu haben, ließen mich mein Herz an Illustrationen verlieren.

Ich stelle euch meine liebsten KinderbuchillustratorInnen und damit verbunden auch einige meiner liebsten Kinderbuchverlage vor. Klar, Geschmack ist subjektiv, aber vielleicht kann ich euch für die eine oder den anderen begeistern.
Angefangen mit sehr kleinkindgerechten Illus geht es weiter mit anspruchsvolleren für Kinder ab 5.
Viel Spaß beim Gucken! 🙂

Nastja Holtfreter

Nastja Holtfreter ist eine Illustratorin, die bei uns schon seit 4 Jahren im Schrank steht. Für den Magellan Verlag hat sie schon viele Bücher illustriert und ich mag ihren klaren, kindlichen Stil sehr. Eines der ersten Bücher, die Enno bekam war von ihr illustriert.

(c) Magellan Verlag

Was ich aber besonders mag, ist, dass ihre Illus keine Outlines haben und keine Schatten werfen. Sie sind freundlich und kleinkindgerecht, natürlich auch etwas abstrahiert, aber dennoch kann man immer alle Tiere, Gegenstände, und Formen ganz simpel erkennen.  Beim Sauerländer Verlag gibt es zwei schöne, große Bücher, die sich mit Farben und Unterschieden beschäftigen.

(c) Sauerländer

Federica Iossa

Federica Iossa ist Italienerin und illustriert vieles für den Usborne Verlag. (Der Usborne Verlag ist einer der Verlage, an dem ich nicht vorbei gehen kann, ohne ein Buch mitzunehmen, speziell auch für ältere Kinder.)
Federica Iossa kommt auch komplett ohne Outlines und Schatten aus, ihre Illustrationen sind aber voller, denn sie zeichnet ganze Situationen. Ihre Tiere sind sehr verspielt und fern der Realität dargestellt, doch für Kleinkinder perfekt.
„Was hörst du in der Nacht?“ ist eines der Lieblingsbücher von Oskar, weil er den Mond und die Sterne liebt und Dunkelheit sein großes Interesse hat. Iossa schafft es in diesem Buch die Nacht und die Geräusche der Nacht toll aufzuzeigen. Ich mag sie.

(c) Usborne Verlag

Christine Henkel

Wer es realistischer und dennoch kindgerecht mit Wiedererkennungswert mag, der ist bei Christine Henckel richtig. Sie zeichnet unglaublich realistische Naturschauspiele, ohne den Illustrationscharakter zu verlieren. Ich mag es, dass ihre Zeichnungen als solche zu erkennen sind und nicht digital angelegt sind. Dievon ihr illustrierten Wimmelbücher sind bei uns seit Jahren ein Dauerbrenner; „Feld und Wiese“ und „Am Meer“ sind die Favoriten der Jungs. Christine Henckel funktioniert mit ihrem Stil über sämtliche Altersstufen hinweg.

(c) Esslinger Verlag

Britta Teckentrup

Britta Teckentrup ist eine deutsche Autorin und Illustratorin.
Während wir vorher illustrierte Bücher ohne Story betrachtet haben, kommen jetzt Bücher mit Geschichten zum Vorlesen.
Teckentrup ist ganz anders als alles vorher. Ihre Illustrationen wirken auf mich fast wie eine Mischung aus Zeichnung und kolorierten Scherenschnitten. Ihr merkt sicher schon, meinem Faible für fehlende Outlines wird auch sie gerecht. Diesen Stil zieht sie konsequent durch und macht ihn zu ihrem Markenzeichen.
Das Buch „Mond“ bekommt Oskar dieses Jahr vom Osterhasen. Natürlich geht es um die Nacht und den Mond, für unsere kleine Nachteule. In ihren Büchern lernen die Kinder etwas über den jeweiligen Titel, der Text ist hier in Reimen geschrieben, sodass auch jüngere ZuhörerInnen den Inhalt gut erschließen können. Das ist ein Buch, bei dem ich mich schon vor meinem inneren Auge mit beiden Kindern im Arm sitzen und vorlesen sehe. Sind ihre Illus nicht einfach zauberhaft?

(c) ars Edition

„Die kleine Maus und die große Mauer“ ist Ennos Buch. Es ist großformatig und strotz nur so vor großen, eindrucksvollen Illustrationen. Hier hält man jedoch definitiv ein Buch für ältere Kinder in der Hand, denn neben den großartigen Illustrationen geht es um Mut, Vertrauen in sich selbst und Toleranz gegenüber Vielfalt.
Ja, ich musste Enno die Inhalte des Buches erklären, aber auch das finde ich dem Alter völlig okay; in den Austausch mit seinem Kind zu treten und (Vor-)Gelesenes zu reflektieren.

(c) ars Edition

Lucy Letherland

Lucy Letherland ist eine britische Illustratorin, die für den Verlag Kleine Gestalten großformatige, dicke Bilderbücher illustriert. Neben „Der Atlas der Dinosaurier“ gibt es noch „Der große Atlas der Tiere“, „Die Wunder der Welt“ und „Der Atlas der Abenteuer“. Wenn unser Bücherregal nicht aus allen Nähten platzen würde, dann hätten wir wohl alle Bücher.
Letherland illustriert riesige Szenerien mit Realismus und Witz. Es sind fast riesige Wimmelbilder für größere Kinder. Man sieht eine riesige Dinosaurierherde an einem Fluss grasen, über ihnen fliegen Flugsaurier und einer hat einen Hut auf. Spätestens jetzt ist wohl auch klar, wieso Enno das Buch so liebt. Neben den großartigen Illustrationen sind diese Bücher auch sehr informationsreich, man lernt ja nie aus und ich weiß jetzt auch, dass ein Hatzegopteryx am Boden jagte und so groß wie ein Eisbärenmännchen war.

(c) Kleine Gestalten

Torben Kuhlmann

Torben Kuhlmann ist der einzige Herr unter meinen Lieblingsillustrierenden. Er ist nicht nur Illustrator, sondern auch ein fantastischer Bilderbuchautor, der ganz wundervolle Geschichten über historische Erfinder und Entdecker schreibt, verpackt in die Welt der Mäuse. Das Buch „Edison“ war ein Geschenk zu Ennos 5. Geburtstag und ich glaube, wir waren beide gleich aufgeregt, als ich begann, die Geschichte hinter der ersten, tauchenden Maus vorzulesen. Seine bisher erschienenen Mäuse-Geschichten sind inspiriert von Neil Armstrong, Charles Lindbergh und Thomas Edison. „Edison“ ist so unglaublich vielfältig und schön illustriert, dass man direkt in die Geschichte gezogen wird. Man fiebert mit der kleinen Maus mit und nach einer Stunde vorlesen war Enno immer noch so gefesselt, dass er sich das Buch noch einmal ansah. Torben Kuhlmann ist eine absolute Empfehlung, wenn man erfindungsinteressierte Bastlerkinder hat, die auf Bilderbücher stehen. Einfach großartig.

(c) Nord Süd Verlag

*Dieser Beitrag enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung.

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